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FVCML0208 10
Rechtsberatung

In der täglichen Gutachterpraxis gerät der Bausachverständige nahezu ständig in Situationen, in denen er für die Bewertung technischer Sachverhalte beachten muss, welche rechtlichen Grundlagen Basis der zu begutachtenden Leistung sind.

Bedingt wird dies allein schon durch den (Sach-) Mangelbegriff , der nach BGB zuerst auf die vereinbarte Beschaffenheit des Werkes und erst danach, sozusagen „hilfsweise“, auf die gewöhnliche Verwendung und die Üblichkeit abstellt .

Auch Architekten und Bauüberwacher sind davon betroffen. So stellt es eine Grundleistung des Architekten im Rahmen der Leistungsphase 7 dar bei der Auftragserteilung mitzuwirken ; ferner soll er die Angebote der Bieter werten und auch mit ihnen verhandeln. Darüber hinaus gehört es zu seinen Aufgaben, die Rechte des Bauherrn bei der Mängelbeseitigung wahrzunehmen und auf die Einhaltung der Vorschriften des öffentlichen Baurechts hinzuwirken . Den Bausachverständigen stellt sich bei der Überprüfung der Werkleistung die Frage, was überhaupt „geschuldet“ ist: Waren erhöhte Anforderungen an die Ebenheit gewollt? Ist der Schallschutz eingehalten worden? Aber: Welcher „Schallschutz“ hätte es denn sein müssen ?

Der Bausachverständige muss sich somit vom Bauherrn, dem Laien, erst die Randbedingungen liefern lassen, ehe er „begutachten“ kann - eine nicht unbedingt praxisnahe Handhabung.

Doch wo liegt überhaupt das Problem für den kundigen Sachverständigen, der diese Randbedingungen gezielt hinterfragt, um die technischen Sachverhalte entsprechend bewerten zu können?

Das Problem liegt in der „Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten“. Die Zulässigkeit dieser Tätigkeit wird im Rechtsberatungsgesetz (RBerG) geregelt. Mehr dazu finden Sie hier.