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Wissenswertes

7. Was kostet ein Gutachten?

Für die Sachverständigentätigkeit gibt es bis auf wenige besondere Fachbereiche
(z.B. Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) und die Tätigkeit vor Gericht (dort: Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz, JVEG) keine Gebührenordnung. Wenn kein Honorar vereinbart wird, gilt die sogenannte “übliche Vergütung“ im außergerichtlichen Bereich.

Der berechnete Stundensatz kann von der Art des Sachgebiets, der Schwierigkeit des Gutachtens, den besonderen Umständen des Falles und der Beschäftigungslage des Sachverständigen abhängen. Hinzu kommen je nach Anfall sonstige Aufwendungen (z.B. Fahrtkosten, Postgebühren, Vervielfältigungen) und die Mehrwertsteuer in gesetzlicher Höhe.


8. Wofür haftet der öffentlich bestellte Sachverständige?

Auch ein öffentlich bestellter Sachverständiger ist nicht unfehlbar. Aber für Fehler in seinem Gutachten muss er einstehen. Dies bedeutet, dass er ein fehlerhaftes Gutachten nachbessern oder einer Honorarkürzung zustimmen muss. Hat er einen Fehler im Gutachten schuldhaft verursacht, haftet er auch für alle Folgeschäden, die aus der Verwendung dieses Gutachtens entstehen. Durch Vereinbarung mit dem Auftraggeber kann der öffentlich bestellte Sachverständige seine Haftung nur in den Fällen leichter Fahrlässigkeit ausschließen oder begrenzen. Der Sachverständige darf seine Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit weder ausschließen noch der Höhe nach beschränken.

Die Kammern empfehlen den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung in angemessener Höhe.

9. Was geschieht bei Pflichtverstößen eines öffentlich bestellten Sachverständigen?

Glaubt man nach gründlicher eigener Prüfung Grund zu einer Beanstandung über die Tätigkeit eines öffentlich bestellten Sachverständigen zu haben, soll diejenige Stelle informiert werden, die den Sachverständigen öffentlich bestellt hat, damit sie Gelegenheit hat, die Angelegenheit zu überprüfen. Solche Überprüfungen erfolgen ausschließlich im öffentlichen Interesse (nicht im Interesse des Beschwerdeführers) kostenfrei und führen erforderlichenfalls zu aufsichtlichen Maßnahmen, die bis zur Rücknahme der öffentlichen Bestellung gehen können.

Aufsichtsverfahren werden ausgesetzt, solange ein gerichtliches Verfahren, an dem der Sachverständige beteiligt ist, nicht rechtskräftig abgeschlossen ist.

10. Wo bekommt man Rat und Hilfe?

Auskunft im Zusammenhang mit dem Sachverständigenwesen und öffentlich bestellten Sachverständigen erteilen die bestellenden Stellen jeweils für ihren örtlichen und sachlichen Zuständigkeitsbereich, im wesentlichen die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern. In einigen Bundesländern gibt es weitere bestellende Stellen wie Architektenkammern, Landwirtschaftskammern oder Bezirksregierungen.

Die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern geben regionale und überregionale Verzeichnisse über öffentlich bestellte Sachverständige heraus; in Sachsen gibt es alljährlich ein neues Gesamtverzeichnis aller von den sächsischen IHK‘n öffentlich bestellten Sachverständigen, das bei den Industrie- und Handelskammern bezogen werden kann.